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Welches Denken über Geld vermittelst Du Deinen Kindern?

18.06.2018 von Katja Chudoba
pixabay.com CC0 Creative Commons

Wenn ich mal zurück denke, mit welchen "Floskeln" ich zum Thema Geld groß geworden bin, wird mir ganz anders. 
Mit Geld spielt man nicht. Geld kann man nicht essen. Das ist nur was für Reiche. Geld haben wir nicht. ....

Wen wundert es, wenn sich diese Einstellung zum Thema Geld in mir niedergelassen hat. Ich arbeite daran, diese Blockaden in mir zu lösen. Es ist wie eine Zwiebel. Schicht um Schicht wird beseitigt. 
Innerhalb dieses Prozesses wird mir immer deutlicher, wie wichtig eine gesunde Einstellung zum Geld auch für unsere Kinder ist. 

Auf keinen Fall möchte ich meiner Tochter eine negative Grundeinstellung zum Thema Geld vermitteln. Geld ist doch etwas Tolles. Mit Geld kann man viele gute Dinge machen. Und falls jetzt jemand kommt und sagt, dass das Geld doch nur bei wenigen, stinkreichen, schlechten Menschen liegt, möchte ich dem widersprechen. Es gibt sehr viele reiche Menschen, die ihr Geld für gute Sachen einsetzen und es nicht verbissen horten. Und die Menschen, die es doch tun und den Hals nicht voll bekommen, haben ein Charakterproblem. Sie sind das Problem - nicht das Geld.  
Es ist doch eine gute Sache, dass ich meine neue Hose mit einem Geldschein bezahlen kann und nicht als Tauschmittel z.B. einen Sack Äpfel mit mir rumschleppen muss. Das Problem ist das, was die Menschen aus diesem System machen. 
Nehmt diese Menschen nicht als Maßstab für eure Beziehung zu Geld. Das überträgt sich auf die Kinder. 

Ich habe Maria Klitz - Inhaberin von Bedürfnisorientiertes Familienleben - Kommunikation auf Augenhöhe gefragt, wie sie eine gute Kommunikation zum Thema Geld innerhalb der Familie sieht.

Maria, mit welchen Sätzen zum Thema Geld bist du als Kind aufgewachsen und wie sieht Deiner Meinung nach eine gute, gesunde Kommunikation zum Thema Geld aus?

Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Zusammen mit meiner Mutter und ihren Eltern wohnte ich in einem Haus in einem Dorf in der Nähe von Eisenach, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Da mein Vater sehr selten bis gar nicht zu Hause war, lebten wir nur vom dem Einkommen meiner Mutter. Diese arbeitete als Köchin im Dorfkindergarten, womit unser monatliches Einkommen sehr gering war. Dieses hatte zur Folge, dass überall und besonders an Lebensmitteln gespart wurde.
Zusätzlich trug meine Mutter vor ihrer eigentlichen Arbeit noch Zeitungen aus, so dass ich zwar ein kleines Zimmer mit Spielsachen hatte, aber kaum gemeinsame Zeit. Zu Weihnachten kam dann jedes Jahr ein Paket aus dem Westen mit Kaffee, Orangen und Kakao. Mmh, Orangen - wie habe ich mich darauf als kleines Kind gefreut. Ich liebte frisches Obst!
Leider gab es auch Momente, die mich, vor allem in Bezug auf die Begleitung meines Sohnes sehr beeinflusst haben: das lange Warten in der Schlange am Bananenstand, wo es abgezählte, nach der Anzahl der Familienmitglieder, Bananen gab. Ich empfand es als Kind als zu lange, zu ungerecht und habe es nicht verstanden. Daher fällt es mir auch heute noch schwer, wenn ich sehe, dass Eltern ihren Kindern kaum Obst kaufen können, weil es so teuer ist.
Mein dreijähriger Sohn liebt es sich im Aldi am Backautomat eine Brezel zu kaufen und diese direkt zu verzehren. Deshalb kaufe ich dann immer zwei - und sage direkt an der Kasse Bescheid. Genauso handhabe ich es mit Kleinigkeiten, die mein Sohn zwischendurch möchte, wie zb ein Auto zum zusammen bauen oder eine Tüte mit Keksen, ein Hörspiel. Als 1 Jähriger bekam er eine ehemalige Nussdose, in dessen Deckel wir einen Schlitz geschnitten haben um Münzen rein zu stecken. Diese hat er bis heute und steckt die Münzen, die wir auf dem Tisch liegen lassen, rein. Das sind jetzt seine. Wenn er beim Einkaufen etwas haben möchte, was mir für diesen Moment zu teuer ist, bzw ich das Geld dazu nicht einstecken habe, erkläre ich es ihm. In dem Moment ist er traurig, was absolut verständlich und nachvollziehbar ist, und wir begleiten ihn mit seinen Gefühlen und Worten. Ich persönlich finde Geld wichtig! Denn ohne dieses lässt es sich weniger leicht leben. Daher ist es mir ein Bedürfnis, dass mein Sohn den Zusammenhang zwischen dem Wert der Dinge, dem Preis und vor allem dem Sinn versteht. Das 200. Auto finde ich unpassend, das 200. Buch aber wichtig.

Und was möchtest du anderen Eltern mitgeben in der Kommunikation mit ihren Kindern zum Thema Geld? Beispielsweise wenn das Geld für ein Spielzeug nicht da ist?

Das Kind in der betreffenden Situation mit seinen Gefühlen begleiten und benennen. Jedes Gefühl darf sein und ist wichtig! Auch dem Kind zu erklären, dass das vom Kind Gewünschte gerade nicht leistbar ist und warum. Wenn ich zum Beispiel einkaufen gehe und nur eine bestimmte Summe an Geld einstecken habe, dann kann ich auch nur das ausgeben. Denn alles hat seinen Preis.
Wünsche vom Kind können in Form eines Wunschzettels, je nach Alter des Kindes, aufgemalt oder geschrieben werden, so dass sowohl das Bedürfnis des Kindes gesehen als auch die Dringlichkeit und Umsetzung besprochen werden kann.
An das Thema ranführen würde ich Kinder, wenn ihr Interesse geweckt ist, z.B. durch das eigenständige Bezahlen beim Bäcker oder durch einen Einkaufsladen im Kinderzimmer. Bei diesem Thema, wie bei allen anderen auch zählt für mich die Ehrlichkeit und das Vertrauen. Z.B. dem Kind einen Einkaufszettel selbst gestalten, ihm das Geld in die Hand geben und eigenständig einkaufen zu lassen. Dieses ist je nach Kind individuell.

Auch bin ich der Meinung, dass Eltern dem Kind mit viel Zeit und Geduld erklären sollten, dass Geld in direktem kausalen Zusammenhang mit der zeitweisen Abwesenheit eines oder beider Elternteile steht.

Darf dein Kind mit Geld spielen? Türmchen bauen, sortieren?

Ja, natürlich. Damit das Geld auch nicht stinkt, waschen wir es vorher.

 

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